Auf den Spuren der Wasserwege in Eyüp: Mağlova und Kovuk Kemer
In der letzten Augustwoche, während Istanbul langsam auf den Herbst vorbereitet wird, flüstert die abgenutzte Steinstraße des Eyüp Sultan eine andere Geschichte. Abseits des Stadttrubels, in den Alibeyköy-Tälern, stehen die Bögen, die noch immer atmen, als wären sie Gefäße, die den Durst von tausenden Istanbulerinnen und Istanbulern stillen. Diese Bauwerke bestehen nicht nur aus Stein und Kalk; sie sind stille Zeugen des größten Ingenieurprojekts des 16. Jahrhunderts.
Der Mağlova-Bogen, das Herz der Kırkçeşme-Wasserwege, ist das Ergebnis des mutigen Versuchs, den Mimar Sinan als "Muallak Kemer" verstand. Eine tiefe Schlucht mit einem einzigen gewaltigen Bogen zu überbrücken war damals fast unmöglich; doch Sinan berechnete die Rutschigkeit des Bodens, setzte die Fundamente auf den Fels und setzte damit ein Zeichen in die Geschichte. Das Geräusch des heutigen Bachs, der darunter fließt, hallt noch immer den Ingenieurgeist jener Tage wider.
Der nahegelegene Eğri Bogen und der Kovuk Bogen zeigen Sinans praktische Klugheit gegenüber den topografischen Herausforderungen. Der Eğri Bogen nimmt eine geschwungene Form an, um sich den Kurven des Tals anzupassen; der Kovuk Bogen hat durch seine innere Hohlheit sowohl Material gespart als auch Erdbebenflexibilität ermöglicht. Das Vorhandensein dieser drei Bögen zusammen erinnert an ein Wunder des Wasserbaus.
Den Spaziergang am Mağlova-Bogen, dem Herzen dieses historischen Bewässerungsnetzes, zu beginnen und im Grünen des Tals zu verschwinden, ist der beste Weg, die Wasserkultur Istanbuls zu verstehen. Die noch immer auf den Steinen sichtbaren Zeichen der Handwerker lassen den Geist des Bauwerks spüren.